Auskosten

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Mein Leben fühlt sich gerade an, als wäre ich in einem Training. Einem Bootcamp.

Als hätte ich jeden Tag Trainings und Übungen. Nur ist es diesmal keine neue Ernährungsform oder Sporteinheit, sondern ich erlerne eine für mich völlig neue Sportart.

Eine Lebensart.

Mein Leben auskosten. Einen Moment vollkommen in mich einsinken lassen.

Ich dachte immer, so etwas würde sich leicht anfühlen. So wie wenn ich auf dem Fahrrad sitze und die Sonne auf mich scheint. Ich die Augen schließe und die Arme ausbreite.

Und ich bin mir fast sicher, dass es das auch irgendwann wird. Aber für den Moment fühlt es sich wie Schwerstarbeit und hartes Training an.

Es kommt der Gedanke, ob ich dann etwas falsch mache, aber irgendwie sagt mir meine Intuition: Es ist einfach, weil ich es nicht gewohnt bin. Weil ich mein inneres System umgewöhne. Weil ich gefühlt gegen den Strom schwimme.

Ich sehe, dass ich mich in diesem Moment anders bewege.

Ich werde langsamer als mein Außen. Ich schließe innerlich die Augen. Ich fange an, dieses genüssliche Brummen in mir hallen zu lassen.

Nicht, weil ich es verstecken will, sondern weil ich es für mich haben möchte.

Weil ich es wie in mich fließen lasse.

Und das fühlt sich völlig neu an. Ungewohnt. Untrainiert. Fremd. Und noch anstrengend.

Im Innen und Außen.

Als würde es verschmelzen.

Und noch wirkt es groß in mir.

Als würden alle Tiefen und Ebenen ihren Platz einnehmen und wie ein Orchester schwingen. Im Gleichklang.

Und der Rhythmus kommt mir vertraut vor und lässt alle Blockaden auflockern und bröseln.

Und das wirkt wie Schwere, die durch Leichtigkeit erklingt.

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