Freiraum für Leben
Vision

Vision

Schon so oft hatte ich Bilder in meinem Kopf, Ideen oder bin sogar schon einmal dafür losgegangen, aber bisher habe ich es aus den falschen Gründen gestartet, bin irgendwo abgestorben oder war selbst noch nicht soweit. Ich spüre allerdings in mir immer wieder die selben Wünsche und habe ähnliche Träume, daher möchte ich diesen Raum hier nutzen, damit ich alle meine Ideen sammeln kann und vielleicht gibt es jemanden, der sie liest, selbst ähnliche Wünsche und Träume hat oder sogar schon weiter ist und mehr Klarheit in meine Vision bringen kann.

Ich selbst habe schon 3 Verhaltenstherapien hinter mir, die mir zu der damaligen Zeit geholfen und mir wieder ein Puzzleteil geliefert haben und auch in akuten Zuständen nötig waren, jedoch nie langfristig Dinge in mir lösten. Ich bin selbst immer wieder in die Richtung Medikamente oder Tagesklinik geleitet wurden durch verschiedene Stellen, was ich allerdings nie in Anspruch nahm oder sich für mich nie nach Lösung anfühlte. Es wirkte immer wie der „logische, nächste Schritt“ aber nicht wie die Lösung. Um mich herum sehe ich viele die mit den selben Themen (Medikamente, Therapie, Tagesklinik, Stationäre Behandlung) beschäftigt sind und trotzdem sich, in meiner Wahrnehmung, immer wieder im Kreis drehen und irgendwie verloren sind.

Ich spüre in mir instinktiv, dass all diese Themen sehr hilfreich sind in akuten Situationen, um Halt zu geben, um aufzufangen, um sich festhalten zu können, wenn es in einem wütet und der Sturm so stark ist. Ich persönlich empfinde es nicht als Lösung, sich den Sturm anzusehen und mit ihm Frieden zu finden, sondern er hält ihn nur kurz an.

Ich habe für mich in den letzten Jahren zwei Richtungen oder Bewegungen wahrgenommen. Zum einen ist da die Selbstliebe, wie akzeptiere ich mich selbst, wie kann ich meine eigenen Bedürfnisse spüren und für mich selbst gesund einstehen (Themen wie gesunde Grenzen setzen, Körperakzeptanz, vom Kopf in den Körper kommen) und zum anderen ist da die Verbindung oder Beziehung zu Anderen. Also wie kann ich mich zeigen und so sein, wie ich herausgefunden habe ich wirklich bin, und mich dabei sicher fühlen, wenn ich mich zeige. Wie kann ich mein Sein kommunizieren, meine Bedürfnisse mitteilen und meine Emotionen zeigen.

Ich selbst stelle in mir und bei anderen dabei oft zwei Arten fest. Die einen die Verbindungen zu anderen recht gefestigt sind (wenn auch nicht gesund) und diese regelrecht suchen, um von sich und einer echten Beziehung abzulenken. Dafür haben sie totale Probleme, mit sich selbst allein zu sein. Also zum Beispiel sehr selbstsicher und selbstbewusst wirken aber nur eine gewisse Maske tragen. Wenn sie allerdings mit sich allein sein sollen, sich selbst lieben oder Dinge machen die IHNEN Freude bereitet, geraten sie in Panik. Diese Panik entsteht auch, wenn sie ihr wahres Ich vor anderen zeigen sollten. Daher ist es für sie am sichersten wenn sie sich an andere anheften und damit beschäftigt sind sich um die Probleme der anderen zu sorgen. Der Verschmelzungstyp. Dazu würde ich mich zählen.

Und dann gibt es noch die andere Richtung, die Personen die sich eher in sich und ihre eigene Welt zurück ziehen. Sie machen alles mit sich allein aus, suchen angenehme Situation mit sich allein und leben oft allein. Sie haben Schwierigkeiten mit einer Partnerschaft oder Nähe zu anderen. Sie können gut Dinge für sich machen, Selbstliebe betreiben, aber sobald Konfrontationen oder ein Miteinander eintritt ziehen sie sich wieder in ihr Schneckenhaus zurück. Auch von Außen sieht es manchmal so aus, als wären sie in der Gesellschaft aktiv, jedoch wenden sie sich oft wenn es um Nähe oder Konfrontation geht, in eine andere Gruppe oder Richtung ab. Das ist der Autonomietyp.

Natürlich gibt es auch eine Kombination aus beiden.

Was meine Vision ist: Einen gesunden Ort für Menschen zu schaffen. Eine Art WG, eine Gemeinschaft, ein Ort an dem es Rückzug und Gemeinschaftsräume gibt, in dem gemeinsam an diesen Themen gearbeitet werden kann. In dem es Angebote zu Selbstliebe gibt, alle lernen können Routinen zu entwickeln, sich selbst mehr zu spüren und Bedürfnisse zu fühlen, aber auch die „Konfrontation“ mit der Gemeinschaft statt findet. Gemeinsamer, ehrlicher Austausch, innere Kinder sich begegnen können und dies in geführten Gruppengesprächen und Einzelgesprächen gemeinsam aufgearbeitet werden kann. Ich stelle mir da „Ehrliches Mitteilen“ und „Glaubenssatzarbeit“ vor.

In den letzten Tagen ist mir auch noch einmal bewusster geworden, dass ich ein neues Bewusstsein schaffen möchte. Im Moment nehme ich wahr, dass Krankheiten wie Depressionen, Burnout, Panik- oder Angstzustände immer wieder als psychische Krankheit in der Gesellschaft behandelt werden und es einen Ort für sie gibt (Therapien, Tageskliniken,…) wo sie wieder heilen können. Für mich ist diese Art zu heilen, jedoch nur ein „Wie bekommen wir es hin, dass diese Menschen wieder in der Gesellschaft funktionieren?“. Ich empfinde es aber eher so, dass unsere Gesellschaft und die Art und Weise wie wir mit uns selbst oder mit anderen derzeit umgehen krank ist und krank macht. Als würde wir uns nicht selbst ehrlich anschauen und mit anderen austauschen, sondern wir laufen nur als verletzte Kinder, die eine Maske aufhaben umher und nehmen uns daher zu uns selbst und zu anderen getrennt war. Wir benötigen immer mehr Sicherheitssysteme, weil wir uns selbst nicht mehr spüren.

Ich möchte daher eher einen Ort schaffen, indem Menschen sich selbst kennenlernen und wieder spüren und fühlen lernen. Ein Ort an dem sie sich in ihrem neuen Selbst anderen zeigen können und lernen, dass sie ok sind wie sie sind, nicht obwohl sie „krank“ sind sondern gerade weil sie „krank“ sind. Ich sehe einen Schatz dahinter, dass sie gerade in der Gesellschaft und mit ihrem „funktionieren“ straucheln und mit ihrer Sensibilität, mit ihren Emotionen und der Entschleunigung eine neue, gesündere Gesellschaft beginnen können und nicht lernen sollten wieder für die gewohnte Gesellschaft zu funktionieren, damit wir das Leben nicht mehr im Überlebensmodus, sondern im Erlebensmodus genießen können.

Also wenn du dich gerufen fühlst und diesen Ort auch in dir siehst und mit mir gemeinsam losgehen möchtest oder auch schon losgegangen bist und mich mitnehmen möchtest, freue ich mich wenn du dich meldest.