Wahrhaftigkeit
Wahrhaftigkeit

Wahrhaftigkeit

Ich denke noch, Ehrlichkeit, Wahrhaftigkeit muss weh tun.

Ehrlichkeit, Wahrhaftigkeit darf leicht sein, befreien.

Das ging heute tief in mich rein, als ich es aussprach:

Ich will eine wahrhaftige Beziehung. Und ich spüre, was ich meine, ist: Ich will in einer Beziehung wahrhaftig ich sein! Sagen, denken, fühlen, was ich bin, will.

Ich glaube, ein Teil von mir ist heute gestorben. Ein Teil, der Angst vorm Alleinsein hatte. Der lieber still die anderen ertrug und sich an ihnen festhielt, als den Mund aufzumachen, weil er wusste: Dann zeige ich mich und sehe die anderen. Der Teil, der lieber nicht ausspricht, was ich wahrhaftig denke, weil ich dann die anderen sehe – und es noch nicht mal sein muss, dass sie sich trennen, sondern dass ich es vielleicht tue.

Ich hatte Angst, dass sie nicht mit mir mitkommen, also blieb ich lieber bei ihnen als in meinem wahrhaftigen Leben.

Dieser Satz war heute Heilung in mir, denn dadurch, dass ich mir selbst ausgesprochen habe, dass mir eine wahrhaftige Beziehung wichtig ist, konnte ich erst realisieren, dass ich in keiner lebe. Und ich weiß auch warum: weil die meisten es als zu viel und anstrengend empfinden, sich darauf einzulassen. Deshalb habe ich mein Licht gedimmt, weil ich nicht sein wollte: zu viel und anstrengend. Aber ich kann sehen, dass weder wahrhaftig sein anstrengend und zu viel ist, noch ich, wenn ich es bin.

Wahrscheinlich waren wir es nur als Kind. Wir wurden so behandelt, als wären wir es, bis wir es glaubten und damit aufhörten, damit wir funktionieren und angenehm und einfach sind. Für sie.

Die Wahrheit wirkt nur unbequem, wenn wir sie nicht wahrhaben wollen. Das hat nichts mit mir zu tun.

Wahrheit ist nicht unbequem, anstrengend, zu viel.

Wahrheit ist klar, öffnend, weitend, wachsend.

Eine Pflanze sagt ja auch nicht, wenn es regnet: „Oh, das ist mir zu viel Wasser“, sondern sie wächst damit.

Meine Gabe: die Wahrheit sprechen – es regnen lassen. Die Wahrheit bleibt wie Regen immer rein. Aber wie es sich anfühlt, ob ein Hagelsturm oder Sommerregen kommt, darauf kommt es an, wie Wahrheit in dir wirkt. Unterdrückst du sie, ist sie schwer und viel. Und wenn nicht, dann leicht.

Vielleicht darf sie für mich jetzt von hart zu weich wechseln.