Gerade gibt es keine Sonne, keinen Mond. Dunkelheit pur. Und ich spüre, ich bin wie das kleine Baby im Bett. Keiner kommt.
Ich fühle erst Traurigkeit, dann Angst. Und darüber kommt so eine Art Trotz, Resignation, ein „alles ist ok“. Und darüber kommt Wut auf andere. Das steckt noch in mir drin. Ungeheilt. Ungelöst. Das bringt die Dunkelheit, die Verbindung, andere Menschen.
Mein ganzes Leben hatte ich meinen Fokus darauf, dass niemand da war und was es mit mir gemacht hat. Aber jetzt ist es, als würde ich zum ersten Mal den Fokus verändern und merken: Hey, ich war da. Ich war voll und ganz für mich da. Habe gefühlt, reguliert, beruhigt, durchlebt. Selbst das Schwierigste. Mein Körper, mein System – alles war für mich da.
Ja, es muss nicht so weit kommen, aber es ist da, wenn „Not am Mann“ ist. Ich bin nicht allein, wenn keiner kommt, sondern ich habe mich, wenn niemand da ist. Ich hatte mich in den dunkelsten, angsteinflößendsten und überwältigendsten Momenten. Ich habe mich da nie verlassen. Ich habe nur zu viel darüber nachgedacht, dass ich verlassen wurde.
Ich spüre, ich möchte niemanden mehr als selbstverständlich sehen. Nichts ist selbstverständlich. Nichts ist erreicht oder angekommen und muss nicht mehr beachtet werden. Alles ist besonders. Auch ich und mein Körper. Meine Zeit, mein Sein. Jede Kleinigkeit. Alles ist Energie, die in etwas gesteckt wird.