Ich merke, dass ich so lange geglaubt habe, ich bin für jemanden da, wenn ich etwas für ihn mache oder kaufe. Das wäre Liebe. Gleichzeitig habe ich mich selbst dabei nie ganz gesehen oder gehört gefühlt.
Heute Morgen wird mir klar: Die größte Liebe, die ich einem Menschen schenken möchte – und mir selbst zugleich wünsche – ist Präsenz. Wirklich da sein. Mir Zeit nehmen. Einer Stimme zuhören. Einen Körper, Handlungen, Stimmungen sehen und durch meine Wahrnehmung lesen.
Das möchte ich Menschen schenken, die ich liebe. Und gleichzeitig möchte ich es mir selbst schenken – es einfordern dürfen oder Menschen folgen, die dazu bereit sind.
In den letzten Tagen taucht immer wieder dieser Gedanke in mir auf: Ich brauche einen Beweis. Einen Beweis, dass mein Herz schlägt, dass ich richtig atme, dass etwas passiert ist. Als wäre es sonst nicht da.
Als müsste das Unsichtbare sichtbar gemacht werden, weil das Unsichtbare – das Magische – sonst nicht wahr ist, keinen Wert hat.
Ich lasse in mir los, dass ich meinen Wert durch Leistung oder Geld beweisen muss.