Der Kampf
Der Kampf

Der Kampf

In mir sitzt immer noch ein Glaube ganz tief:

Es hört einfach nie auf.

Und was hört nie auf?

Der Kampf.

Und ich glaube, ich habe ihn mit Liebe verwechselt.

Es ist, als würde ich jede Nacht in ein tiefes Loch fallen.

Dunkel, ohne Hoffnung, ohne Freude, ohne Glauben an das Gute.

Tagsüber klettere ich mich langsam wieder heraus und lege mich abends voller Dankbarkeit und Freude ins Bett –

nur um am nächsten Morgen wieder in diesem Loch aufzuwachen.

Wie täglich grüßt das Murmeltier.

Ich bin immer noch ich,

nur umgeben von dieser Dunkelheit und Schwere.

Als würde mich jede Nacht jemand verschleppen und in einen Brunnen setzen

und ich komme abends nach einem langen Tag wieder nach Hause.

Morgens weiß ich nicht mehr, wo ich bin,

spüre die Fesseln und die Spuren des nächtlichen Kampfes

und bewege mich langsam wieder in den Tag, ins Leben, in mich hinein.

Nicht wie eine Strafe – eher wie eine andere Welt.

Als würde ich jede Nacht in einer fernen Galaxie unterwegs sein

und morgens wieder in meinem Körper aufwachen

und damit erst einmal nicht klarkommen.

Als wäre ich auf der Erde noch nicht richtig zu Hause,

sondern noch auf anderen Planeten –

und hätte jeden Morgen Jetlag.

Vielleicht bin ich damals, als der Kampf und der Krieg in meinem Elternhaus nie aufhörten,

innerlich in mein eigenes Universum geflüchtet.

Und jetzt habe ich Schwierigkeiten, hier wirklich anzukommen,

weil in mir noch der Glaube lebt:

Der Kampf hört nie auf.

Nicht weil es so ist,

sondern weil ich Liebe mit Kampf verwechselt habe.

Und zum Glück hört die Liebe wirklich nie auf.