Ich sehe dich. Du bist klein und weißt nicht, was geschieht.
Du spürst es um dich. Da sind Sorgen, Ängste und Druck. Du siehst in die Gesichter der Erwachsenen. Du spürst es. Sie legen ein Lächeln auf, wollen fröhlich sein. Dich ablenken. Aber wollen sie nicht in Wahrheit sich selbst ablenken?
Du stehst da und schaust zu. Die Worte wurden dir genommen. Beraubt. Erstickt. Also kehren sie nach innen und wandern durch deinen Kopf, durch deinen Körper. Wieder und wieder, denn der Weg nach außen ist versperrt.
Nur die Tränen, die können noch fließen. Das Zittern kann noch beben, und doch verebbt auch dies immer mehr. Nur der Druck, der steigt.
Da steckt es in deinem Hals. Schlucken willst du es nicht, denn es ist fremd. Nicht deins. Und schreien kannst du nicht mehr. Irgendwann ist es wieder draußen. Dein Hals wieder frei – und doch hat es dich gebrochen. Etwas in dir aufgerissen. Nicht körperlich, aber emotional.
Niemand wird es merken. Doch du verstummst für lange Zeit, schluckst, lächelst.
Bis du dich selbst wieder erinnerst. Zurückkehrst. Dich entscheidest:
Ich gebe es zurück. Es war nie meins. Es war EURE!