Mein Nervensystem blockiert mich so heftig,
weil es tausendmal schon von mir gelernt hat,
dass ich mich immer wieder übergehe.
Dass ich diesen tiefen Glauben in mir trage:
„Komm, Zähne zusammenbeißen und durch.“
Diesen Glauben darf ich jetzt samt Wurzel ziehen.
Ja – ich kann für mich einstehen,
Dinge tun, die wichtig sind,
und trotzdem sagen:
„Aber in meinem Tempo. So, wie es mir guttut.“
Es gibt einen schmalen Grat zwischen
„es durchziehen“ und „alles mit sich machen lassen“.
Diesen Weg darf ich jetzt betreten –
und Schritt für Schritt ausweiten.
So weit, bis ich darin meinen eigenen Weg finde.
Auch wenn ich noch nicht genau weiß,
was mir wirklich guttut,
erkenne ich immer klarer, was mir nicht guttut.
Ich nehme mir Zeit dafür.
Ich schaue hin:
Was darf ich loslassen?
Und was kann ich auf meine eigene Art tun?
Ich darf neu lernen:
die Zähne zu lösen,
hinzuschauen,
meinen Weg zu wählen –
und weiterzugehen.
Gerade fühlt es sich an,
als würde ich mich von allem lösen,
was mich von mir selbst abhält.
Von anderen,
von Ablenkungen,
vom Arbeiten,
vom Putzen,
vom Festhalten,
sogar vom Denken und Schreiben.
Das ist krass.
Das tut weh – richtig weh im Körper.
Es ist, als würde ich mich neu formen.
Wie ein Training.
Wie Muskelkater –
nur dass diesmal die Seele wächst.