Der Glaube „es steckt keine Liebe in mir“ sitzt wie ein tiefer Pflock in meinem Herzen.
Er ist die Wurzel.
Wegen ihm habe ich Angst, dass mein Herz gleich stehen bleibt, dass ich aufhöre zu atmen, dass ich allein bin. Alles hängt an diesem winzigen Faden. Doch dieser Faden fühlt sich nicht dünn an, sondern wie ein dickes Drahtseil.
Und alles um mich herum reißt daran.
Alles Leben, jede Liebe zieht daran.
Alle Freude, jede Bewegung, jeder Mensch.
Alles zieht an diesem Drahtseil und hält es in mir unter Spannung.
Und ich halte daran fest – nicht weil ich will, sondern weil ich es so lange geglaubt habe.
Denn all das, was an mir zieht, ist nicht gegen mich.
Es zieht mich aus diesem alten Glauben heraus.
Nur weiß ich noch nicht, wie ich ihn jemals loslassen soll.
Ich glaube es, weil es mir nicht nur gesagt wurde: „Das ist aber nicht lieb.“
Sondern weil es mir an jedem einzelnen Tag gezeigt wurde.
Dann fing ich an, es zu glauben – und weil ich es glaubte, erschuf ich Situationen, die es bestätigten.
Der Glaube wurde tiefer und fester.
Und zack war ich in diesem Kreislauf aus Glauben und Bestätigung gefangen.
Und jetzt… jetzt dauert es Millimeter für Millimeter, bis ich es nicht mehr glaube.
Und es zieht und zerrt an diesem Drahtseil.
Es sitzt genau in der Mitte meines Brustkorbs, und dort reißt und windet und dreht es sich.
Wie ein Seil aus einer Seilbahn: dick, schwer, knirschend, kraftvoll.
Doch am Ende besteht es trotzdem nur aus vielen winzig kleinen Fäden.