Als kleines Kind war mein größter Wunsch Frieden. Meine Eltern trennten sich, und ich wollte immer nur, dass sie wieder zueinander finden. Nicht unbedingt als Paar, aber als Menschen. Zueinander, zu sich selbst – und wahrscheinlich auch zu mir.
Ich glaubte, ich müsste es schaffen, und damit verstärkte sich in mir der Glaube: Ich bekomme es nicht hin. Ich allein kann keine Liebe oder keinen Frieden bewirken.
Heute verstehe ich, warum ich so große Angst davor habe, allein zu sein. Weil dieser alte Glaubenssatz in mir sitzt: Ich allein kann keine Liebe bewirken.
Aber das ist nicht die ganze Wahrheit.
Ich allein kann niemals die Liebe in anderen erzeugen.
Aber nur ich allein kann die Liebe in mir erzeugen.
Ich allein weiß, was meine Form von Liebe ist, was ich brauche und wie.
Ich allein kann in jedem Atemzug, jedem Wimpernschlag, jeder Handlung Liebe geben – in mich oder in andere.
Ich kann Liebe bewirken, nur nicht durch andere in mich hinein, sondern durch mich hinaus in die Welt.
Ich darf diesen Glauben in mir drehen. Auf den Kopf stellen. Wieder richtig ordnen.
Auch wenn ich noch nicht weiß wie – ich kann Frieden und Liebe bewirken.