Ich verspüre in mir so ein großes Bedürfnis und einen Druck, dass ich die Bedürfnisse von anderen sofort erfüllen muss. Und wenn ich es nicht kann, dann muss es jemand anderes sofort machen. Ich halte es kaum aus, wenn ich sehe, was jemand braucht – und er etwas anderes bekommt. Weil ich dieses Gefühl kenne und niemand anderen spüren lassen will.
Wie kann ich dem begegnen, denn ich bin nicht verantwortlich. Das Bedürfnis muss nicht sofort gefüllt werden!
Vielleicht darf ich an mir selbst lernen, dass ich Bedürfnisse auch aushalten darf und sie nicht sofort befriedigen muss. Als wäre etwas in mir, das sagt: Wenn etwas hochkommt, muss es sofort weg.
Es ist wie bei einem Baby. Ich kenne in meinem Kopf nur: sofort die Brust geben oder stundenlang schreien lassen. Aber es gibt doch alles dazwischen: da sein, Emotionen halten, schunkeln, singen,…!
Nur fühlt es sich an, als gäbe es das in meiner Erfahrung nicht. Als würde ich nur füttern kennen – und sonst bekomme ich Panik, weil ich nicht weiß, was und wie. Da ist es wieder, dieses fehlende Gefühl von Nähe und der Umgang damit.
Ich denke wohl, ich muss allen den Wunsch von den Augen ablesen. Oder ich muss alles sofort lösen, regeln, erfüllen.
Ich muss erFÜLLEn!
Ich muss eingreifen, unter Kontrolle bringen. Ich muss einen Mangel ersetzen. Das ist meine Aufgabe.
Ich darf loslassen:
Das Bedürfnis muss nicht schnell weg. Es muss nicht abgeschafft werden.
Ich bin ZUSTÄNDIG!
Ich bin ständig zu!
Mein ganzes Zentrum sortiert sich neu.