Ablehnung
Ablehnung

Ablehnung

Ich glaube, ich habe so sehr Angst, dass ich etwas falsch mache und abgelehnt werde. Also setze ich mich innerlich so sehr unter Druck oder lehne alles selbst ab oder komme komplett ins Stocken, dass ich dem entgegenwirke. Wenn ich mich nicht bewege, werde ich nicht gesehen. Wenn ich alles richtig mache, werde ich nicht abgelehnt. Wenn ich alles ablehne, dann kann mich nichts ablehnen.

Es ist, als würden gerade alle drei Strategien zusammenlaufen und in mir gebündelt werden. Als würde ich mit einem Vergrößerungsglas draufschauen und es jetzt deutlich sehen – wie einen wunden Punkt: die Ablehnung und meine Schutzstrategien. Der Glaube an: „Ich mach eh alles falsch.“

Ich mach es nie falsch. Wenn überhaupt, mach ich es anders. Ich mach es so, wie ich.

Alle drei Strategien löschen das Leben in mir, mein Wesen komplett aus.

Ich habe Angst vor Ablehnung! Deshalb ziehe ich die Handbremse an, setze mich unter Druck oder lehne alles ab.

Was wiederum die innere Ablehnung kreiert. Ich werde die Angst vor Ablehnung loslassen, damit ich frei sein kann, auch wenn ich noch nicht weiß, wie!

Es geht nie darum, dass sie mich annehmen. Es geht nur darum, dass ich mich nicht ablehne oder verlasse!

Ich verlasse mich selbst, weil ich nicht verlassen werden will von anderen. Und weil ich mich verlasse, verlassen die anderen mich, und dann kann ich mich auch noch bestätigen, dass ich nicht bei mir bleiben brauche, weil ich eh schrecklich bin – sie verlassen mich ja eh. Ein Kreis. Ich sehe, wie er sich schließt!

Ich kann aussteigen, indem ich aufhöre, mich zu verlassen. Auch wenn ich noch nicht weiß, wie das geht, denn das habe ich gelernt und mein Leben lang gemacht. Aber ich sehe, dass ich das aus Angst mache und es eigentlich erst dazu führt, dass es eintritt. Zumindest heute. Und das alles nur auf einer Erfahrung beruht.

Die Ablehnung meiner Mama galt nie mir. Sondern sie zeigte mir nur ihre Ablehnung, und ich nahm sie ihr ab und machte sie zu meiner! So wie ich es jetzt mit meinen Kindern mache. Ich lehne sie nicht ab, weil sie „falsch“ sind, sondern weil ich sie ablehne aus Liebe. Das ist, was ich als Liebe gelernt habe. Liebe ist gleich Ablehnung. Aber Liebe ist gleich Annahme! Ich kann mit mir beginnen!

In Annehmen steckt Freude und Leichtigkeit drin, was ich bisher als Verdrängung und Lustigmachen interpretiert habe.

Ich möchte doch nur einmal lieb gehabt werden. Einmal in den Arm genommen für meine Schwäche. Doch nicht von jemand anderem (auch wenn ich mir das einbilde), sondern von mir selbst! Einmal mich nicht schuldig fühlen. Einmal mich nicht schlecht fühlen und innerlich fertig machen! Einmal mich selbst nicht mehr verlassen und ablehnen für das, was und wie ich bin!

Alles, was ich will, ist nicht mehr verlassen werden. Von mir. Doch wie kann ich nur bei mir bleiben?

Ich glaube immer noch, dass ich mich selbst nicht lieben kann, weil ich mir jeden Tag beweise, wie ich mich selbst verlasse, wenn es schwer wird! Es ist, als könnte ich das nicht ändern, aber ich weiß, ich kann, und doch kommt es mir unmöglich vor!

Es ist, als würde noch etwas in mir sagen: „Neeeein, ich will mich nicht selbst lieben. Ein anderer muss es tun.“

Ich dachte immer, so richtig liebe ich meine Kinder gar nicht, aber eigentlich liebe ich sie so sehr, dass ich Angst habe, sie mit mir allein zu lassen. Weil ich weiß, dass ich nie für mich da bin. Mich immer verlasse und ich will, dass jemand für sie da ist. Egal wer, weil ich denke, ich kann es nicht sein – ich bin es noch nicht mal für mich!

Ich glaube, es hat noch nicht mal etwas mit Tun zu tun, sondern mit Sehen. Dass ich anfange zu sehen, dass ich für mich da bin und mich eigentlich gar nicht verlasse. Ich glaube, ich sehe es noch durch die „falsche“ Brille. Oder ich sehe es noch durch die Brille, die es nur sehen will, und durch die, die schon sehen könnte, wann ich für mich da bin, die ist noch verdreckt oder ich blind!?

Irgendwie ist das die schlimmste Angst, die es gibt. Mit mir allein sein. Denn egal ob ich allein bin oder mit anderen – sie ist immer da, denn ich bin immer mit mir und kann mich immer verlassen.

Ich weiß, all das ist nicht wahr oder real. Es ist etwas, das mir erzählt wurde, und ich dann irgendwann anfing, selbst zu glauben. Aber es fühlt sich so real an und als würde es einfach nie enden!