Liebe ist…
Liebe ist…

Liebe ist…

Vielleicht ist Liebe ganz anders, als ich immer dachte. Vielleicht wollte ich sie viel einnehmender, weil ich sie so einnehmend kennengelernt habe und sie so dargestellt wird. Aber vielleicht ist sie einfach da sein – präsent, in der Nähe und nicht so aktiv und übermannend, wie ich sie kenne.

Vielleicht reicht Liebe einfach als Da-Sein. Da bleiben. Seins machen können. Er/sie sein. Vielleicht ist das viel wahrhaftigere Liebe, als immer auf oder mit dem anderen zu sein. Denn das will ich ja auch nicht müssen. Vielleicht ist Liebe einfach bereit sein, wenn gebraucht wird, und bis dahin anwesend.

Wenn ich es schreibe, klingt es so „falsch“, aber in mir entwickelt sich etwas, was sich „wahrhaftiger“ anfühlt als der Begriff Liebe.

Ich habe es immer als „negativ“ bewertet, wenn jeder seins macht, weil ich dachte, ich durfte es nicht. Aber was gibt es eigentlich Schöneres, als wenn man in der Nähe, in der Umgebung eines Menschen, einfach man selbst sein kann, machen kann, was man möchte, glücklich ist und sich wohlfühlt? Und das muss gar nicht mit dem Menschen sein, sondern mit sich. Wenn man davon erzählt oder es tut, weil man sich sicher fühlt.

Irgendwie entsteht gerade etwas Neues in mir.

Früher war Liebe nur, wenn man sich berührt, aneinander klebt oder etwas miteinander macht. Gerade eben wirkt das eher vereinnahmend. Es ist schön, wenn das auch passiert, aber nur weil es nicht passiert, heißt das nicht, dass es keine Liebe mehr ist!

Wie sollte das real miteinander aussehen – den ganzen Tag und das ganze Leben? Die Mischung macht es: zusammen, allein und miteinander. Das macht es vollständig (da ist wieder die Drei).

Vielleicht darf ich lernen, dass Liebe sehr viel weniger nah, bedrückend, eng, invasiv ist, als ich dachte.