Jetzt gab es für mich wieder so etwas wie einen Beweis. Ich habe vorhin „UNÜBERLEGT“ gehandelt – aus dem Bauch heraus. Danach setzte der Kopf wieder ein und wollte seine Kontrolle abspulen, aber es war zu spät. Alles nahm seinen Lauf und zack, wollte ich wieder ins Kind fallen: Hilfe suchen, Panik bekommen und vor allem mir die Schuld und die Scham geben.
Aber ich habe Instinkte, ich bin erwachsen, ich habe es nicht unter Kontrolle, sondern bin im Vertrauen. Naja, zumindest versuchte ich es! Es war, als wäre ich in einem Film auf der Leinwand, in dem ich mein Muster beobachte, wie es funktioniert.
Genau wie gestern, als ich „live“ miterleben konnte, wie Verbindung funktioniert, wenn beide wahrhaftig bleiben und es ausdrücken durch ihr Handeln und ihre Sprache.
Als wäre mein Außen noch mal ein deutlicherer, klarerer Spiegel geworden. Als hätte jemand die Fenster geputzt und eigentlich noch viel besser: als würde ich nicht mehr von außen zusehen, sondern wäre jetzt mitten drin.
Heute konnte ich so ehrlich und offen sehen, wie es ist, einfach aus dem Gefühl, aus dem Bauch heraus zu handeln, und wie es sich anfühlt, wenn etwas „schief“ geht. Wenn etwas Unerwartetes eintritt. Eigentlich nichts „Falsches“ oder „Schlimmes“, einfach etwas anderes. Etwas anderes, als der Kopf will. Etwas Neues. Etwas LEBENDIGES. Das, wofür das Herz geflüstert hat.
Was dann folgt: Schuld, Scham, Beschimpfung, Angst, Panik, Ablehnung.
In mir steckt genau dieser Molotov-Cocktail – eine explosive Mischung aus Schuld, Scham und Angst. Und mich schützt die Kontrolle. Sie umhüllt mich wie eine Decke als Schutz davor. Sie nimmt mir zwar manchmal die Luft, wenn ich ausbrechen will, aber sie hält mich auf Kurs.
Ich glaube, das ist genau das, was in meinem Körper jeden Tag klemmt. Dieser Schmerz in meinem Bauch ist das Bauchgefühl, das abgewürgt wird, damit ich diese Gefühle nicht fühle: Schuld, Scham. Und unterdrückt wird sie mit Kontrolle.
Die Bewegung im Zentrum meines Körpers und somit Lebens – etwas, das mich auf jedem Schritt begleitet, in jedem Atemzug, in jeder Bewegung. Ich bin fest eingespannt.