Früher gab es immer nur die Katharina, die sich versteckte, zurückhielt, klein machte und stumm blieb. Oder die Katharina, die emotional war, aus der es herausprustete, die laut und impulsiv war. Beides fühlte sich nie so ganz nach mir an. Nach dem, was mir entsprach. Es waren Teile von mir – und doch nur die Extreme. Als könnte ich nur die Pole leben. Schwarz oder weiß.
Ich spüre, wie sich etwas verändert. Ich gehe mehr in die Sichtbarkeit, traue mich mehr und mehr heraus, meine Stimme zu zeigen, mich zu zeigen. Das ist derselbe Schritt, der auch dazu führt, dass ich weniger überkoche oder dass es aus mir herausspringt an Emotionen oder Worten.
Ich darf mehr Balance erfahren, mehr Zentrum, mehr Professionalität, mehr Ruhe, mehr Ich. Mehr von dem, was in meiner Mitte steckt und nicht nur an den Polen.
Das macht mich heute Morgen glücklich. Denn es bedeutet: Wenn ich mich zeige, halte ich mich weniger zurück, muss mich nicht erst erklären, klein machen oder bitten oder betteln. Ich darf Größe einnehmen, Klarheit gewinnen, strukturierter auftreten und hervorbringen, was eigentlich in mir steckt.
Alles geschieht nicht mehr aus dem inneren Glauben, ich hätte nichts drauf oder es interessiere sowieso niemanden. Sondern ich bringe mich ein – auf den Punkt, aus der Mitte und nicht vom Rand.
Es ist nicht mehr so, als würde ich mich, das Universum oder das Leben nur in meinem Kopf verstehen. Es fühlt sich an, als würde ich es erleben. Als würde es sich offenbaren. Ich kann das kaum beschreiben. Es ist, als würde ich nicht länger ein Buch darüber lesen, sondern es selbst schreiben und gestalten.