Puzzleteile
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Puzzleteile

Ich habe das Gefühl, ich stehe gerade an einer Tür meiner inneren Welt und bettel. Ich bettel, dass ich wieder Vertrauen in mein Leben lassen kann. Dass es mir wieder möglich ist, meinem Körper, anderen Menschen und dem Leben wieder zu vertrauen. Ich stehe da, zitternd, weinend und flehend und möchte wieder vertrauen. Ich möchte wieder in dieses romantische, hoffnungsvolle kleine Mädchen, das an das Gute in allem glaubt, das daran glaubt, dass es geliebt werden wird.

Es steht da mit diesen großen Kulleraugen, wie die Mädchen in den Filmen, die in Kinderheimen stehen, oder die Tiere in der Zoohandlung, die mitgenommen werden wollen. So fühle ich mich. Wartend, dass mich jemand mit nach Hause nimmt und mir sagt: „Du bist angekommen, du bist sicher. Du darfst wieder Vertrauen. Ich hab dich lieb.“

Ich wünschte, ich könnte dieser „Jemand“ für mich sein oder Klarheit gewinnen, was da eigentlich verknotet in mir ist.

VERTRAUEN

Es gibt einen ganz großen Teil, der Vertrauen in alles hat: in meinen Körper, in jeden einzelnen Menschen und in alles, was mich umgibt. Der weiß: Alles geschieht immer zu meinem Besten und aus tiefster Liebe! Alles. Auch wenn es sich noch so schrecklich anfühlt.

Und dann ist da noch dieser andere Teil in mir, bei dem ich nicht weiß, was er glaubt (weil ich mich noch vor dem Wissen schützen will), aber der macht mich klein, lässt mich in mein Schneckenhaus und lebt in Angst. Diese beiden Teile fühlen sich in mir so gegensätzlich an, wie sie nur sein könnten. Ich weiß noch nicht, wie ich sie zusammenbringen kann, wie sie verschmelzen, eins werden. Harmonie entsteht.

Der Wunsch nach Nähe, Liebe, Vertrauen in mir ist so groß, so deutlich, so nah, und doch ist das dieser Teil, der es nicht kann. Ablehnt. Schmerzt.

Ich bin von Kopf bis Fuß voll mit Scham und Selbstzweifeln gefüllt, dass ich förmlich davon überquille. Und ich glaube, mein Weg ist mitten da durch!

Nur wie hängt alles zusammen? Habe ich Zweifel, weil ich mich schäme? Schäme ich mich, weil ich zweifel? Und wo ist da das Vertrauen? Ich fühle mich wieder wie in einer grauen Wolke. Wie ein Detektiv, der die Puzzleteile einsammelt, die einfach noch kein Bild ergeben.