Sinnlich
Sinnlich

Sinnlich

Ich glaube, ich bin ein sehr sinnlicher, sensibel wahrnehmender Mensch. Und wenn ich das sage, meine ich damit nicht „mehr als andere“, denn ich glaube, dass wir das alle per se sind. Ich schreibe es für mich, um mir das bewusst zu machen.

Ich glaube, dass in meiner Kindheit – in meinem ganzen System – eine krasse Verletzung entstanden ist, indem mir genau das abgesprochen wurde: Das ist Quatsch. Fantasie. Zu viel. Falsch.

Bis ich es glaubte.

Und jetzt ist mein Wesen angeknackst.

Mein Glaube daran, „falsch“ zu sein, ist so stark, dass ich mich wie ein gelähmtes Tier fühle.

Ein Wesen, das immer denkt, ich mache sowieso gleich einen Fehler. Ich kann meinen Instinkten und meiner Wahrnehmung nicht trauen. Das erzeugt in mir Zweifel, Angst vor dem, was ich da wahrnehme – und es lähmt mich massiv.

Ich darf lernen:

Meine Wahrnehmung ist richtig und wahrhaftig.

Meine Sinne, meine Intuition, mein Instinkt – glasklar.

Und ich darf ihnen vertrauen.

Ich darf mir das immer und immer wieder vor Augen führen, ins Ohr flüstern und aussprechen, bis ich es wieder glaube, weiß, verkörpere, lebe.

Diese Selbstzweifel – dass ich meiner eigenen Wahrnehmung und meinen Instinkten nicht trauen kann – zerfressen mich innerlich.

Gerade als Mama.

Ich weiß, ich bin ihre Mama und ich treffe gute Entscheidungen. Nicht die besten, aber mit den besten Absichten. Und es zerreißt mich innerlich, dass ich mir nicht zutraue, mit ihnen allein zu sein, weil ich Angst habe, ich kann ihnen nicht helfen, nicht zur Seite stehen, nicht handeln. Ich sei handlungsunfähig.

Gerade liegt es wie ein riesiger Klotz auf mir – schwer, traurig, tief.

Und doch kommen da Lichtstrahlen durch.

Da steht eine Entscheidung an:

Ich lasse los.

Ich handle neu.

Ich gehe weiter.