Dableiben
Dableiben

Dableiben

Ich spüre gerade die Enge. Ich spüre sie, weil ich Weite eingeladen habe. Ich habe getanzt und gelacht und da bist du. Die Unterdrückung. Die Enge. Nicht weil du gegen mich bist, sondern weil du so lange für mich warst. Mein Schutz und meine Sicherheit.

Jetzt sehe ich, wie beides da ist. Kommt und geht. Schritt für Schritt. Ich lade Freude, Wildheit, Bewegung, Lebendigkeit ein. Und noch bist du die Antwort. Noch spreche ich deine Sprache, und doch merke ich, du wirst leiser. Du flüsterst und schreist nicht mehr.

Was jetzt lauter wird, ist mein Lachen. Weil ich es aufdrehe.

Ich halte diesen Moment gerade fest. Nicht indem ich ihn bei mir behalte. Mich daran festkralle. Sondern wie eine Fotografin. Ich beobachte es. Ich lasse es durch mich fließen und halte meine Aufmerksamkeit darauf. Für einen Moment, nicht für länger. Nicht für die Ewigkeit. Ich halte es fest für den Moment. Für den flüchtigen Moment, in dem es an mir vorbeifließt. Bis ein neuer Moment kommt.

Ich halte es fest. Beobachte es. Ich bin zwischen Abwenden und Festkrallen. Ich bin im Hinsehen, Dableiben.