Mein Leben lang habe ich Essen als emotionalen Ausgleich angewendet. Es war meine Ersatznahrung. Ich habe es gewählt, wenn ich Nähe spüren wollte. Sicherheit. Geborgenheit. Ruhe. Wenn ich nicht fühlen wollte und erst recht keine Leere.
Meine bevorzugten Lebensmittel waren Sachen vom Bäcker, Nudeln und Süßigkeiten. Ich habe es erlernt. Überall umgibt mich dieses Verhalten. Ich empfinde es als gesellschaftlich anerkannt und gefeiert. Damit hatte ich immer meinen Frieden. Und doch habe ich eine Essstörung. Nicht weil ich erbreche oder vermeide, sondern weil ich konsumiere, wo ich eigentlich etwas anderes brauche.
Wahrhaftige Nähe, Freude, Verbundenheit, Nahrung. Ich sehe, wo es herkommt, und trotzdem bin ich erwachsen und darf Verantwortung übernehmen. Ich darf ehrlich sein mit mir, manchmal nachlässig und trotzdem sagen: STOPP, ich will das nicht mehr. Das ist mir nicht gerecht und anderen auch nicht.
Auch wenn ich noch nicht weiß wie, darf ich damit aufhören. Nicht weil es schlecht für mich ist, sondern weil ich es nicht mehr will! Ich entscheide mich dagegen.