Ich weiß, viele Menschen in meiner Umgebung machen sich oft Sorgen um mich. Weil ich Dinge nicht tun kann, was sie können. Sie wollen mir helfen, und weil sie sich sorgen, sorge ich mehr für mich.
Gleichzeitig merke ich immer mehr, dass ich das nicht mehr muss. Ich kann nicht weniger, sondern nur an anderer Stelle mehr.
Ich gehe nun seit ein paar Jahren durch Schmerz – in meinem Körper und in meinem Inneren. Und die Isolation wähle ich dabei als Schutz. Als Schutz, um mir meine Wunden anzusehen und sie zu berühren. Als Schutz dort, wo ich lange keinen Schutz hatte und ihn mir jetzt selbst gebe.
Ich fühle mich dabei wie ein Schmetterling. Ich habe mich viele Jahre an altem Schmerz, an Glaubenssystemen, Meinungen, Bewertungen und Regeln satt gefressen, bis ich kugelrund war.
Jetzt bin ich in meinem Kokon und streife ab, was mir nicht guttut. Und manchmal spüre ich schon, dass ich ein anderes Wesen werde. Noch nicht ganz, noch nicht so weit, dass ich meinen Kokon verlasse – aber ich wandle. Und ich halte. Und ich werde.