Meerjungfrau
Meerjungfrau

Meerjungfrau

Nachdem ich an Land noch nicht existieren kann, wie eine Meerjungfrau, tauche ich tief – und da entsteht es:

Gerade fällt es mir wie Schuppen von den Augen. All die Zeit dachte ich, ich bin nicht gut genug zu meinem Körper. Ich bin nicht kreativ. Ich spüre, dass alles in mir ist, aber ich kann es nicht – und dieses „ich kann nicht“ war immer an den Gedanken des Versagens geknüpft. Doch es gibt einen anderen Grund.

Hat schon mal jemand jemanden gesehen, der um sein Überleben kämpft, sich schminken oder ein Bild malen sieht? Nein! Ich bin im Überleben.

Mein Kopf wusste, dass ich das bin. Da war dieser Gedanke, aber jetzt ist er tief in mich gefahren. Ich versage nicht und bin nicht unfähig, sondern mein Überlebensmodus ist so aktiv, dass alles andere einfach keinen Raum bekommt. Mein Überleben hat alles in mir eingenommen.

Das klickt gerade ganz tief nach unten – und auch wenn ich nicht weiß, ob oder was sich dadurch verändert, weiß ich, dass es tiefer dringt, irgendwann meine Wurzeln erreicht und damit wieder ein neuer Samen gesetzt wird. Eine neue Pflanze kann entstehen. Irgendwann habe ich wie Arielle Beine – auch ohne den Pakt von Ursula (ein Leben in Kontrolle).